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bardo bis gi-bârî (Bd. 1, Sp. 812)
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Artikelverweis bardo? (sw. m.?), vgl. das bei Schiller-Lübben als fraglich verzeichnete mnd. parde.
pardo: nom. sg. Gl 4,182,20 (Melk K 51, 14. Jh.).
p. bardo piscis; zum lat. Lemma läßt sich vergleichen:bardus f. pro Barbus, Piscis’, Duc. 1,576 b s. v. bardus 2, wonach es sich bei unserer Glosse um die Barbe handeln würde (vgl. barbo). Darauf weist auch Diefb. Gl. 413 a, der einen lat. Ansatz pardo gibt. Bildet dies die Grundlage des mnd. parde? Ist in der vorliegenden Glosse das lat. Lemma Kontamination aus bardus und pardo? Ist die Glossierung dann als Eindeutschungsversuch nach Art von barbo < lat. barbus, mit obd. Schreibung des Anlauts zu beureilen, oder liegt nur eine lat.-lat. Glossierung vor vgl. Steinm.s Anm. z. St.)?
 
Artikelverweis 
bardo s. auch pard(o) sw. m.
 
Artikelverweis 
bardo Gl 2,559,41 s. AWB barta sw. f.
 
Artikelverweis 
Bardus lat. s. Eigennamen.]
 
Artikelverweis 
gi-bâren sw. v., mhd. gebæren; as. gibârian, mnd. gebêren, mnl. gebaren; ae. gebǽran; vgl. nhd. gebaren. — Graff III, 151.
ki-par&: 3. sg. Gl 1,248,1 (K, vgl. Wißmann S. 124). — ge-bariad: 3. pl. Gl 1,710,56 = Wa 47,12.
sich betragen, benehmen, verhalten, aufführen: im abfälligen Sinne als sich gebärden als ob ...: lizzitunc daz ist thane man antharuuis kiparet antharuuis thenkit fincta Gl 1,248,1. gebariad so hriuliko sparsis capillis ambulant et illote [zu: exterminant enim facies suas, ut appareant hominibus ieiunantes, Matth. 6,16] 710,56 = Wa 47,12.
Abl. gi-bârida (kaum als Abl. zu gi-bâri adj. aufzufassen, vgl. Wißmann a. a. O.; vgl. auch gi-bârôn sw. v.
Vgl. Götz, Beitr. 81.
 
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gi-bâren st. n. substant. inf., mhd. gebâren, nhd. gebaren. — Graff III, 150 s. v. gabâri n.
ge-baren: nom. sg. W 90,3 (H).
das Wesen einer Person kennzeichnendes Verhalten: aller (vgl. al Sp. 104) g. mines sponsi in humanitate; vgl. AWB gi-bâra st. f., Ausg. gebare f.
 
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gi-fram-bâren sw. v. — Graff III, 640 s. v. gaframbarjan.
ke-phram-barit: 3. sg. Gl 1,756,29. 5,20,14 (beide 11. Jh.; z. Schreibung ph- statt f- vgl. Schatz, Abair. Gr. § 77 b).
etw. auszeichnend heraus-, hervorheben, esins helle Licht rücken: [si autem iniquitas nostra iustitiam dei] commendat [, quid dicemus? Röm. 3,5].
 
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barender Gl 2,562,33 s. AWB barrênti adj. part. prs.
 
Artikelverweis 
-barî st. f. vgl. AWB houbitbarî st. f.
 
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gi-bâri adj., mhd. gebære. — Graff III, 150.
gi-bari: Grdf. O 1,17,68.
sich in einer bestimmten Art verhaltend, eine (besondere) Eigenart habend, geartet (gegen Kelleschicksam, geziemend’, Piperschicklich, angemessen’, Erdmannpassend gefügt’): sie mohtun bringan mera (die drei Könige dem Christkind); thiz (was sie brachten) was sus g., theiz geistlichaz wari.
 
Artikelverweis 
gi-bârî st. f. — Graff III, 150 s. v. gabâri n.
ge-bare: nom. sg. W 90,3. 14.
allgemeines und grundsätzliches, das Wesen einer Person kennzeichnendes Verhalten, Gebaren: alliu g. mines sponsi in humanitate ... [Bd. 1, Sp. 813] diu uuas lustlich den, die iz sahon 90,3. die einon (prophetae et apostoli) sageton iz cumftig, uuelich sin (sponsi) g. scolte sin in humanitate 14; vgl. gi-bârida 2.

 

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