Wörterbuchnetz
Althochdeutsches Wörterbuch Bibliographische AngabenLogo SAW
 
gi-benni bis gi-benti (Bd. 1, Sp. 875 bis 876)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis gi-benni st. n.
gi-benni: acc. sg. S 324,30 (Lorscher B.).
Gebot, Vorschrift: ih gihu, thaz ih ... (thaz? Hs. thero) g. thero fastono inti thero crucithrahto so nierfulta noh nihialt so ih scolda. Steinm. konjiziert ... thero gibennidero fastono ... und meint, [Bd. 1, Sp. 876] daß der letzte Schreiber in gibenni thero getrennt habe, weil erdie partizipiale Genetivendung -dero unter dem Einfluß der vorangehenden und folgenden thero als pluralischen Genetiv des Artikels faßte.Seine Konjektur hat jedoch den Nachteil, daß das von irfullen und haltan erforderte Akk.-Obj. fehlt. Die Hs. bietet es mit gibenni, von dem die Gen. Plur. thero fastono und thero crucithrahto abhängig sind. Nicht bei g. thero scheint mir ein Schreiberfehler vorzuliegen, sondern bei dem störenden thero vor g. Hat es der Schreiber unter dem von Steinm. vermuteten Einfluß der anderen thero aus einem thaz verschrieben oder überhaupt erst eingefügt?
 
Artikelverweis 
[Benniko as. s. Eigennamen.]
 
Artikelverweis 
benniwrz s. AWB brenniuuurz st. f.
 
Artikelverweis 
[Benno as. s. Eigennamen.]
 
Artikelverweis 
bennurz s. AWB beinuuurz st. f.
 
Artikelverweis 
benrenki s. AWB beinrenkî st. f.
 
Artikelverweis 
bensuge, -suhe s. AWB binisûga sw. st. f.
 
Artikelverweis 
benten sw. v., mhd. MWB benden; mnd. mnl. benden; ae. bendan; an. benda.
Der Ansatz ist unsicher, da der einzige Beleg neben dem sonst allein geltenden binden keinen sicheren Schluß erlaubt, vgl. Sehrt, N.-Wortsch. s. v. zesamine-binden. Vgl. aber gibenten im Abrogans (K) und benden in den andern germ. Sprachen. Zu der im S. Galler Bezirk geltenden Senkung des -i- vor n + Kons. vgl. Weinhold, Alem. Gr. § 14,1.
bendit: 3. sg. Nk 400,14 (Hs. A, S. cxviii, 28, 10./11. Jh.).
mit einem Band verbinden, zusammenhalten: partes orationis nebendit nehein gemeine marchunga zesamene ad nullum enim communem terminum particulae copulantur.
 
Artikelverweis 
gi-benten? sw. v.; ae. gebendan. — Graff III, 133 s. v. gabintan.
ki-pentit: 3. sg. Gl 1,224,31 (K); oder liegt nur Schreibfehler vor für -pintit? vgl. Kögel S. 10; aber auch das ae. gebendan und pintit Gl 1,224,29 (KRa).
mit einem Band umbinden, zusammenbinden: camahhot kip. coniungit colligat.
 
Artikelverweis 
-benti st. n. vgl. oug-, untarbenti st. n.
 
Artikelverweis 
gi-benti st. n., mhd. gebende, nhd. gebende, -bände; mnd. gebende; vgl. ae. gebend n. — Graff III, 138.
ki-pent-: acc. pl. -i Gl 2,14,21 (Zürich C 59, 9.Jh.); gi-: nom. sg. -i 1,567,17 (M, 8 Hss.); -e 19. 574,4 (M); -] 567,19 (M, clm 18 036, 10. Jh.). 574,5 (M, clm 17 403, 13. Jh.); dat. sg. -e 2,441,45 (2 Hss.); dat. pl. -in 474,31 (ebda.). — gu-bent-: dat. sg. -i Gl 2,399,42 (vgl. unten); ki-: dat. pl. -en S 173,4 (fälschlich für dat. sg.); gi-: nom. sg. -i Gl 4,167,57 (Sal. d). T 86,1. O 1,9,30; dat. sg. -e Gl 2,76,7. 384,49. 390,63. T 103,5. O 1,10,22; -i Gl 2,384,49. 386,58. 568,76 (vgl. zu den drei letzten unten); acc. sg. -i 1,487,22 (Würzb. Mp. th. f. 3, 8. Jh.); dat. pl. -in T 64,1. O 1,11,61; acc. pl. -i 4,16,56; ke-: nom. sg. -e Gl 1,790,2; ge-: nom. pl. -e Npw 108,19; acc. pl. -e 2,3. — gi-pend-: dat. sg. -e Gl 2,593,18/19. — gi-bend-: dat. sg. -e Gl 2,530,72; -i 568,75 (vgl. u.); nom. pl. -e Npw 149,8; dat. pl. -en ebda.; ge-: nom. pl. -e Nb 278,20 [301,1]. Np 149,8; -a Gl 4,165,19 (Sal. c, 13. Jh.); dat. pl. -en Np 149,8; acc. pl. -e Gl 5,29,19. Pw 2,3. Np 2,3.
Auffallend sind die 5 aus dem 11. Jahrh. überlieferten (Wien 247, Göttw. 44, Prag viii H 4, Köln lxxxi, Brüssel 9968, Trier) und zur selben Prudentiusstelle gehörigen Dat. Sing. auf -i. Zu -i im Dat. Sing. neutraler jo-St. vgl. Schatz, Ahd. Gr. § 313, Franck, Afrk. Gr. § 134. Das im cod. Wien 247 vorausgehende Adjektivum rotun croceo weist eindeutig auf femininen Gebrauch, der jedoch kaum ursprüng- [Bd. 1, Sp. 877] lich ist, sondern der späteren Unsicherheit in bezug auf -i n. undf. entspringt, vgl. Wilm. Gr. 22 § 204, bes. 2; oder sahen die Glossatoren in dem Lemma religamen, losgelöst vom Zusammenhang, ein Abstraktum = ‘Verknüpfung, Verbindung? vgl. unten 4.
Gebände, Koll. zu bant, die Gesamtheit dessen, was bindet:
1) Gebände, Bandwerk als Bestandteil der menschlichen Kleidung:
a) Kopfputz, Kopfbedeckung, vor allem der Frauen, aber auch der Männer: gibenti [(Judith) imposuit] mitram [super caput suum, Judith 10,3] Gl 1,487,22. kebente [(der tugendsamen Frau) non sit extrinsecus capillatura, aut] circumdatio [auri, 1. Pet. 3,3] 790,2. gibente [mitra caesariem cohibens ... virilem ... croceo] religamine [Prud., Psych. 359] 2,384,49. 386,58. 390,63. 399,42, gibende ł chozze 530,72, (alligatione) gibendi 568,75, mit cruocfarimo gipende 593,18/19;
b) Brustschmuck, Busentuch: gipente [nomen hoc gemmae] strophio [illigatum, Prud., P. Caesar-aug. (iv) 25] Gl 2,441,45 (vgl. strophio ornamento cingulo, Glosse). clanchnestilun gipentin [sedet illa ... vittarum insignis] phaleris [ders., Symm. ii, 1095] 474,31 (1 Hs. nur gibentin).
2) Fessel, Bande, die gefangenhalten:
a) Glossenwort: vincula Gl 4,165,19;
b) im eigentl. Sinn die Stricke und Seile, die den Gefangenen binden: in gibenti[n] tuon, biheften: jmdn. gefangen nehmen: datun ... iro henti druhtin in gibenti [ligaverunt eum, Joh. 18,12] O 4,16,56. zebeheftenne ... iro edelinga in iseninen gebenden ad alligandos ... nobiles eorum in vinculis ferreis NpNpw 149,8; — oder das Band, der Muskel, der die Zunge am Sprechen hindert: gebende [ut ... dura ...] vincula [dissolvat oris, In natale s. Joh. Bapt. 14] Gl 5,29,19. sliumo ... zilosta sih gibenti sineru zungun vinculum linguae eius T 86,1. sar ... was sih losenti theru zungun gibenti O 1,9,30;
c) Gefangenschaft als Freiheitsentzug: Iohannes ... mit thiu her gihorta in gibentin Cristes uuerc in vinculis T 64,1;
d) Fessel, Bande, die den menschlichen Geist binden: Urheber der geistigen Bindung sind
α) dämonische, teuflische Mächte, die den Menschen zur Sünde verführen oder krank werden lassen: nisculen unsih nieth pinten mit demo unziloslichen kibente des helliuuizzis S 173,4. thesa tohter ... gibant Satanas ..., ni gilamf sia zi losenne fon thesemogibente? solvi avinculo T 103,5. thaz er ... se ouh irwente fon diufeles gibente O 1,10,22. wir warun in gibentin ..., thu uns helpha druhtin dati 11,61. er uuerde ... also der balderih mit demo er ientie gedungen ist, mit demo bezeichenet uuerdent dei gebente unserro suntono Npw 108,19;
β) gute, göttliche Kräfte, die den Menschen zum Guten leiten wollen: cebrecan uuir (die Feinde) gebende iro (Gottes und Christi) vincula eorum Pw 2,3. NpNpw 2,3. timor dei daz sint die druhe ioh diu gebende. Die uuerdent anageleget christianis principibus 149,8.
3) Gebände, Bindewerk, womit einzelne Teile zu einem Ganzen verbunden werden:
a) zu einer Kette aufgereihte und um den Hals als Zierde oder Erkennungszeichen gehängte Schmuckstücke: kipenti [haec ... virtus (der Keuschheit) ... aurea flammigeris praestat] crepundia [gemmis, Aldh., De virg. 188] Gl 2,14,21 (2 Hss. gisteini).
b) beim Bau das Stützwerk der Balken: gipente loramentum [ligneum colligatum in fundamento aedificii non dissolvetur, Eccli. 22,19] Gl 1,574,4 (7 Hss. binta); [Bd. 1, Sp. 878]
c) übertr. auf den Bau der Welt: gebente [natura ... ligans irresoluto singula] nexu [Boeth., Cons. 3,2 p. 54,5] Gl 2,76,7. ube du fragest uuelez tie hafta . unde diu gebende (des Fatums) sin ... daz sint tie causę allero dingo . die fasto zu in habent selben diu ding Nb 278,20 [301,1].
4) Bindung, Verknüpfung: gipenti [vincula illius (der Sapientia)] alligatura [salutaris, Eccli. 6,31] Gl 1,567,17. alligatura 4,167,57.
Komp. houbit-, untargibenti.

 

gi-benti
 1) Gebände, Bandwerk als Bestandteil der menschlichen Kleidung:
 a) Kopfputz, Kopfbedeckung, vor allem der Frauen, aber auch der Männer: gibenti [(Judith) imposuit] mitram [super caput suum, Judith 10,3] Gl 1,487,22. kebente [(der tugendsamen Frau) non sit extrinsecus capillatura,
 b) Brustschmuck, Busentuch: gipente [nomen hoc gemmae] strophio [illigatum, Prud., P. Caesar-aug. (iv) 25] Gl 2,441,45 (vgl. strophio ornamento cingulo, Glosse). clanchnestilun gipentin [sedet illa ...
 2) Fessel, Bande, die gefangenhalten:
 a) Glossenwort: vincula Gl 4,165,19;
 b) im eigentl. Sinn die Stricke und Seile, die den Gefangenen binden: in gibenti[n] tuon, biheften: jmdn. gefangen nehmen: datun ... iro henti druhtin in gibenti [ligaverunt eum, Joh. 18,12] O
 c) Gefangenschaft als Freiheitsentzug: Iohannes ... mit thiu her gihorta in gibentin Cristes uuerc in vinculis T 64,1;
 d) Fessel, Bande, die den menschlichen Geist binden: Urheber der geistigen Bindung sind
 α) dämonische, teuflische Mächte, die den Menschen zur Sünde verführen oder krank werden lassen: nisculen unsih nieth pinten mit demo unziloslichen kibente des helliuuizzis S 173,4. thesa tohter ... gibant Satanas ..., ni gilamf sia zi losenne fon
 β) gute, göttliche Kräfte, die den Menschen zum Guten leiten wollen: cebrecan uuir (die Feinde) gebende iro (Gottes und Christi) vincula eorum Pw 2,3. NpNpw 2,3. timor dei daz sint die druhe ioh
 3) Gebände, Bindewerk, womit einzelne Teile zu einem Ganzen verbunden werden:
 a) zu einer Kette aufgereihte und um den Hals als Zierde oder Erkennungszeichen gehängte Schmuckstücke: kipenti [haec ... virtus (der Keuschheit) ... aurea flammigeris praestat] crepundia [gemmis, Aldh., De virg. 188]
 b) beim Bau das Stützwerk der Balken: gipente loramentum [ligneum colligatum in fundamento aedificii non dissolvetur, Eccli. 22,19] Gl 1,574,4 (7 Hss. binta);
 c) übertr. auf den Bau der Welt: gebente [natura ... ligans irresoluto singula] nexu [Boeth., Cons. 3,2 p. 54,5] Gl 2,76,7. ube du fragest uuelez tie hafta . unde diu gebende (des Fatums) sin
 4) Bindung, Verknüpfung: gipenti [vincula illius (der Sapientia)] alligatura [salutaris, Eccli. 6,31] Gl 1,567,17. alligatura 4,167,57.