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râzî(n) bis reatisca (Bd. 7, Sp. 716 bis 718)
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Artikelverweis râzî(n) st. f., mhd. ræe, nhd. räße. — Graff II,557.
raz-: nom. sg. -i Nb 138,11 [117,29] (-â-); acc. sg. -i Gl 2,753,49. Nievergelt, Glossierung S. 460,541; razz-: nom. sg. -i Gl 4,157,25 (Sal. c); dat. sg. -i S 145,23; ræzzin: nom. sg. Gl 3,411,73 [HD 2,125]; rais ze: dat. sg. 2,721,45 (Berl. Lat. 4° 215, 10. oder 11. Jh.; von ganz junger Hand, -ai- wohl Schreibung für umgelautetes â, zu -sz- für z () vgl. Braune, Ahd. Gr.15 § 160 Anm. 2; Beleg vom Ahd. Gl.Wb. S. 474 zum Adj. râzi gestellt, doch s. b).
Wildheit, Wut, Raserei:
a) von Menschen: ich habe gisundot ... in tierlicher sarphi, in razzi, in meineide S 145,23;
b) von Tieren: raisze furiis [...] refecti (Hs. aus recepti korr.) [ardebant (sc. von schwerer Krankheit befallene Tiere, die nach vorübergehender Besserung dem Tode nah sind), Verg., G. III,511] Gl 2,721,45 (raisze ist wegen [Bd. 7, Sp. 717] lat. furiae eher als Subst. denn als Adj. zu bestimmen). razi [hic (Martinus) familiariter et] rabiem [bestiarum et serpentium venena conpescuit, Sulp. Sev., Dial. I,25 p. 177,18] 753,49. Nievergelt, Glossierung S. 460,541. (die Löwen) gant ten meister (sc. den Löwenbändiger) ze erest ana ... unde in zanondo . uuahset in diu razi domitor lacer ... imbuit rabidas iras Nb 138,11 [117,29];
c) Glossenwort: ræzzin rabies Gl 3,411,73 [HD 2,125] (davor serpfin feritas). 4,157,25.
 
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râzuuurti adj. (zum Zweitglied vgl. uuort); vgl. nhd. räßzüngig. — Graff II,557 (ohne Beleg).
raz-uurther: nom. sg. m. Gl 2,228,28 (S. Flor. III 222 B, Gll. 9. Jh.?).
geschwätzig, scharfzüngig (?): razuurther [vir] linguosus [non dirigetur super terram, Greg., Cura 3,14 p. 55 = Ps. 139,12]; zur Bed. des lat. Lemmas vgl. Thes. VII,2, 1454,57 f., Arndt 2,212.
 
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rc#P+O#P-uuuantan Gl 2,482,3 (vgl. Kölling, Stud. S. 117) s. ?uuidar-[h]rouuuen.
 
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.. r . da Nievergelt, Glossierung S. 366,374 (zu Gl 2,752 Anm. 16; clm 18547b, 10./11. Jh.), mit unsicherem Bezug zu: [bovem unum habebat (der Eremit, der über einen Brunnen verfügte) cuius hic erat totus labor,] impulsa rotali [machina aquam producere: nam fere mille aut amplius pedum profundum putei ferebatur, Sulp. Sev., Dial. 1,13 p. 164,27], ist nicht sicher deutbar. Vielleicht liegen mehrere Wörter vor. Die Eintragung bezieht sich ganz oder teilweise auf lat.impulsa rotali machina (aquam producere)” ‘(Brunnenwasser) mithilfe eines (von einem Rind angetriebenen) Schöpfrades (einer Art Sakia?) (herausholen)’. Die Glossierung könnte mit der ebenfalls nicht sicher deutbaren Randgl. czgiredo rotal .. Gl 2,752 Anm. 16 ders. Hs. identisch sein. Aufgrund der unsicheren Lesarten für die Randgl. (vgl. czgircdc rot . Nievergelt a. a. O. S. 699,33; -i-, -c u. -t unsicher; geheimschriftl. für azgirada (?); czgcrcdc oder czgircdc, Thies, Sulp. Sev. S. 190,253; czgiredo rotal . “ganz undeutlich”, Steinm., vgl. noch Ahd. Wb. 2,18) ist eine Auflösung als az giredo ‘in Bewegungzu einem Ansatz gireda st. f. (so Tiefenbach, BNF (NF) 26,459 f. u. Gl.-Wortsch. 7,348) eher unwahrscheinlich; ferner spricht die späte Bezeugung von az gegen die Interpretation des cz als az (vgl. Ahd. Wb. 1,759 s. v. az präp. u. adv.?).
 
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r . dan MGh Carm. Cant. S. 76,8 (Kleriker u. Nonne) ist aufgrund des stark beschädigten Textes nicht sicher deutbar; Strecker konjiz. ridan, so daß das Lemma vielleicht zu [h]rîdôn ‘(aufgrund einer heftigen Gemütsbewegung) zittern, beben’ (vgl. auch [h]rîdônto) zu stellen wäre, was sich semantisch durchaus in den Kontext des Liebeswerbens einfügen würde; nach Schützeichel, Festschr. Schröbler S. 38 dagegen zu rîtan ‘reiten; Breul, Cambridge Songs S. 16 liest radan (r und a sehr unsicher, vgl. ebda. S. 94); sehr zweifelhaft ist Dronkes Rekonstruktion des Textes, der veradan ‘to betraysehen will (vgl. Dronke 2,354 f.).
 
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.. rdes Mayer, Glossen S. 100,14 s. uuerd st. n.
 
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re Gl 3,369,63 (Jd; im Abschn. Res navales) zu: lus ist nicht sicher deutbar; Steinm., Anm. z. St. vermutet rêh ‘Rehin der sonst nicht bezeugten übertr. Bed.Gaffel’ (schräg am Mast angebrachte Stange zur Befestigung des Gaffelsegels; die Übertragung ergibt sich wohl aus der dem Geweih des Rehbocks ähnelnden Gabelform, vgl. auch rêho 2) u. verderbtes lat. Bezugswort lus, so auch Gl.-Wortsch. 7,357 u. vorsichtig Ahd. Gl.-Wb. S. 476; [Bd. 7, Sp. 718] lus könnte dann verderbt oder verkürzt geschr. sein aus capriolus ‘(Dach-)Balken, Stützpfeiler’, Demin. zu lat. capreus, vgl. frz. chevronaus zwei Balken gebildeter spitzer Winkel’ (vgl. FEW II,1,307); oder ist der Glosseneintrag lus re mit Bezug auf voranstehendes line linea (darauf funis idem) Gl 3,369,62 entstellt oder verkürzt geschr. aus l[in] us re[mulcum] ‘Seil, Schlepptau’ (? Zu linus vgl. Thes. VII,2,1469,15. 26 ff.); zur Entstellung lat. Lemmata in der Hs. vgl. z. B. Ahd. Wb. 2,411 s. v. dentascen, oder auch sit für sicut Gl 3,386,72 u. a.
 
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re S 177,6c,8 (Preds. C) in: daz ist der sibente staph dere diemuoti .. re .. [vgl. septimus humilitatis gradus est, si omnibus se inferiorem et viliorem non solum sua lingua pronuntiet, sed etiam intimo cordis credat affectu humilians se, Reg. S. Ben., Hellgardt, Pred. S. 105] ist aufgrund der bruchstückhaften Überlieferung nicht gedeutet, vgl. auch Hellgardt a. a. O. S. 67,8.
 
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re .. Nievergelt, Glossierung S. 590,774b (zu Gl 2,757,35) s. reda.
 
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re(-) s. AWB [h]rêo(-).
 
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reatisca Npgl 41,5 s. AWB râtisca.

 

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